Montag, 22. März 2021

Gute Arbeit mit Zukunft statt Ausgliedern von Tätigkeiten!

       Hennes & Mauritz H&M Digitalisierung Smartphone Handy Telefon            Krasnevsky, depositphotos.com


Ergebnisse der ver.di-Mitgliederbefragung zur Digitalisierung bei H&M  


Was brauchst du, um im Rahmen der Digitalisierung von H&M gut mit den neuen technischen Systemen arbeiten zu können? Was ist für dich besonders wichtig, wenn du an Gute Arbeit mit Zukunft denkst? Unsere ver.di-Mitgliederbefragung hat dir Ende Februar/Anfang März die Möglichkeit gegeben, darauf zu antworten.

Die eindeutigen Umfrageergebnisse (siehe unten) bestätigen die Einschätzungen deiner Kolleg*innen aus vielen Betriebsversammlungen. Deine Bundestarifkommission leitet daraus die folgenden Themen und Punkte ab, die zu verhandeln sind.

Der erste Punkt ist brandaktuell: H&M hat am 12. März angekündigt, Gespräche mit Drittanbietern zu führen, um Tätigkeiten auszugliedern.

  • Arbeitsplatzsicherheit, wozu die Verhinderung von Outsourcing deiner Tätigkeiten durch Werkverträge und Leiharbeit genauso gehört, wie eine interne Stellenvermittlung auf zumutbare Arbeitsplätze etwa bei Filialschließungen
  • Abgruppierungsschutz, d.h. Schutz deines erreich-ten Entgeltniveaus bei Änderung von Tätigkeiten durch Digitalisierung und Umstrukturierung
  • Gesundheitsförderliches Führen, d.h., soziale und fachliche Unterstützung durch deine Führungskräfte
  • Gute Qualifizierungsangebote als Maßnahmen des Gesundheitsschutzes und der Beschäftigungssicherung
  • Gute und gesunde Arbeit, indem du insbesondere vor Überlastung geschützt wirst
  • Deine Beteiligung am »H&M-Store der Zukunft« bereits bei der Planung neuer Technologien

Fragen zu Arbeitszeiten haben mit Abstand die negativsten Werte erreicht: 55% deiner befragten Kolleg*innen machen sich sehr starke Sorgen, dass durch neue Technik und die Umstrukturierung von H&M die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schwieriger wird. Ebenfalls 55% haben sehr starke Sorgen, dass Arbeitszeiten noch flexibler werden. An dritter Stelle der Negativliste: 54% machen sich sehr starke Sorgen, dass in Zukunft mit mehr Befristungen gearbeitet wird. Deshalb hat deine Bundestarifkommission auch die beiden folgenden Verhandlungsthemen aus der Mitgliederbefragung abgeleitet:

  • Abschaffung von sachgrundlosen Befristungen
  • Kriterien sozialverträglicher Vertragsstrukturen

Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Vertragsstrukturen hängen unmittelbar zusammen. Einen »Einsatz nach Bedarf« kann H&M nur dann minutiös umsetzen, wenn es kaum Teilzeitverträge mit festen Arbeitszeiten gibt – und das sind oft genau die Arbeitsverträge deiner Kolleg*innen, die Familienpflichten haben oder schwerbehindert sind. Vollzeitverträge stehen einer solchen »bedarfsorientierten« Personaleinsatzplanung im Wege. Dafür haben deine Kolleg*innen ein Gespür: An vierter Stelle der stärksten Sorgen steht mit 41% die Befürchtung von mehr ungewollter Teilzeit. Aus diesem Grund ist eine Verhandlung über Kriterien sozialverträglicher Vertragsstrukturen wichtig! Dazu zählt auch die Abschaffung befristeter Arbeitsverträge.

An fünfter Stelle der stärksten Sorgen steht mit 31% die Besorgnis über eine Steigerung der psychischen Belastung (Leistungsdruck). Deshalb hat deine Bundestarifkommission folgende Verhandlungsthemen aus der Befragung abgeleitet:

  • Aufstellung von Kriterien zur Personalbedarfsplanung in der digitalen Technik (Software)
  • Aufstellung von Kriterien zur Verhinderung permanenter Arbeitsverdichtung

Angesichts der aktuellen Situation können 9 von 10 Kolleg*innen in der Befragung nicht glauben, in ihrer Filiale in ihrem derzeitigen Job bis zur Rente gut und gesund arbeiten zu können. Und rund 8 von 10 deiner Kolleg*innen haben große oder sehr große Angst um ihren Arbeitsplatz.

Seit dem 12. März tritt nun die Angst vor Outsourcing von Tätigkeiten hinzu, weil H&M sich weigert, eine Konfliktlösung mit dem GBR herbeizuführen! Anstatt den gewohnten Gang in eine dafür vorgesehene Einigungsstelle zu gehen, will H&M lieber Tätigkeiten ausgliedern.

Sicherlich willst auch du, dass Probleme gelöst werden, anstatt sie von einem Gerichtstermin zum nächsten zu verschieben oder sie mit Ausgliederungen zu »umgehen«. Deshalb ist für deine Bundestarifkommission ein weiteres Thema wichtig: Eine erweiterte, das heißt, passgenauere Mitbestimmung bei der Digitalisierung von Arbeitsabläufen sowie bei Gestaltung und Nutzung neuer Technologien, die von einem ständigen Verbesserungsprozess ausgeht. Diesen Prozess will deine Bundestarifkommission mit gemeinsamen, tarifvertraglich geregelten Informations- und Beratungsgremien von ver.di und H&M unterstützen. Um im Rahmen der Digitalisierung von H&M gut mit den neuen technischen Systemen arbeiten zu können, braucht es auch eine verbindliche Regelung, die gute Arbeit mit Zukunft garantiert: Einen Digitalisierungstarifvertrag!

Für Motivation durch Gute Arbeit mit Zukunft!

Digitalisierungstarifvertrag durchsetzen!

 

Ergebnisse der Mitgliederbefragung

Besonders wichtig ist mir,

  • dass mein Job sicher ist   88,95%

  • dass ich durch die Einführung neuerTechniken nicht weniger verdienen werde   88,42%

  • dass die Technik mir nutzt anstattzusätzliche Probleme zu bereiten   80,81%

  • dass meine Führungskraft mich gut anleitet und mich besonders im Änderungsprozess unterstützt   73,99%

  • dass ich gut qualifiziert und auf die neue Technik gut vorbereitet bin  77,68%

  • dass auf Ergonomie und Gesundheit der Mitarbeiter geachtet wird   85,76%

  • dass geplante Änderungen nicht zu zusätzlichen Belastungen führen   82,43%

  • dass diese vielmehr zu Entlastungen führen   70,37%

  • dass Arbeitszeiten familienfreundlich und sozialverträglich sind    79,19%

  • dass ich im Vorfeld über die geplanten Änderungen meiner Arbeit informiert werde   78,03%

  • dass ich von H&M von Anfang an am Umstrukturierungsprozess beteiligt werde   70,95%

 



Samstag, 13. Februar 2021

ExChains: Ein Erfolg gegen die Welt der Konzerne

 


 

1.257 Arbeiter:innen erhalten beim H&M-Zulieferer Gokaldas Exports ihren Job zurück 

Es war ein achtmonatiger Kampf. Seit Juni 2020 stritten die 1.257 Beschäftigten des H&M-Zulieferers Gokaldas Exports in Srirangapatna südwestlich von Bangalore für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Das Unternehmen beabsichtigte die Corona-Pandemie zu nutzen, um den Standort zu schließen und die Fabrikgewerkschaft zu zerschlagen. Das Management schloss ohne Vorankündigung die Fabrik und transportierte alle Maschinen in einer Nacht- und Nebelaktion ab.

Nun war der Kampf der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft GATWU erfolgreich. Die Gewerkschaft und das Management unterzeichneten ein Abkommen, das die Wiedereinstellung aller gekündigten Arbeiter:innen vorsieht. Außerdem wird die Gewerkschaft GATWU als Vertreterin der Beschäftigten in den anderen Standorten des Unternehmens anerkannt, wenn eine:r von fünf Arbeiter:innen Gewerkschaftsmitglied ist. Das Abkommen ist ein großer Erfolg: damit wurde in der Bekleidungsindustrie Bangalores GATWU als Verhandlungspartnerin anerkannt und die Beschäftigten haben ihre Forderung erreicht.

 
Solidarität forever – Arbeiter:innen gemeinsam in Produktion und Verkauf

Möglich war dieser Erfolg durch die Hartnäckigkeit der Arbeiter:innen vor Ort. Sie protestierten Tag und Nacht über mehrere Monate hinweg. Sie kampierten vor dem Werkstor und organisierten Demonstrationen. Gleichzeitig mobilisierte GATWU internationale Unterstützung von ver.di Fachbereich Handel, den gewerkschaftlich aktiven Kolleg:innen bei H&M und unter den Betriebsräten. GATWU holte auch den globalen Gewerkschaftsverband IndustriAll mit ins Boot, der ein globales Rahmenabkommen mit dem schwedischen Konzern unterhält.

Doch schnell wurde klar, dass sich die Arbeiter:innen nur auf ihre Solidarität untereinander und entlang der Wertschöpfungskette verlassen können: H&M verweigerte trotz des Rahmenabkommens jegliche ernsthafte Unterstützung in der Auseinandersetzung. Schlimmer noch: das Unternehmen plante die Gewerkschaft vor Ort zu hintergehen, indem H&M eine eigene Befragung anstellen wollte, anstatt mit den Beschäftigten und ihren Gewerkschaftsvertreter:innen zu verhandeln.

 
Neue Verbindungen zwischen Beschäftigten

Die Zusammenarbeit der Gewerkschaft vor Ort mit ver.di Fachbereich Handel und den Betriebsrät:innen bei H&M ging über bisherige Formen der Unterstützung hinaus. Durch Video- Live-Streams in sozialen Medien und durch von den Beschäftigten vor Ort produzierte Kurzvideos entstanden neue Verbindungen zwischen den Aktiven in Deutschland und in Indien. Dies ermöglichte es den Gewerkschafter:innen, Betriebsrät:innen und Beschäftigten in Deutschland mit Statements, Fotoaktionen und in direkten Verhandlungen mit dem Management von H&M Druck aufzubauen, um GATWU vor Ort zu unterstützen. Diese Verbindungen beruhten auf dem andauernden Kampf und der Mobilisierung der Arbeiter:innen vor Ort. Diese lieferten nicht bloß Informationen über die Lage, sondern berichteten von ihrem Kampf, den die Beschäftigten hier unterstützen und erfahren konnten.

 
Unsere Welt statt einer Welt der Konzerne

Der Arbeitskampf und der Abschluss des Abkommens haben eine große Bedeutung. Bislang werden Konflikte in der globalen Bekleidungsindustrie oft zu den Bedingungen der transnationalen Konzerne ausgetragen. Sie erkennen zu einem gewissen Grad ihre Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern an und reagieren auf die Kritik von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen verbleiben in einem solchen Setting aber in der Rolle der Mahnerinnen, während die Konzerne weiterhin entscheiden, was passiert und wie eine Lösung aussehen soll. Die Machtverhältnisse entlang der Zulieferkette bleiben dabei intakt und das Geschäftsmodell der Konzerne bleibt bestehen. Das Transnational Institute, ein internationales Netzwerk von Forscher:innen aus der ganzen Welt, hat dafür den Begriff Multistakeholderism geprägt. Die Konzerne binden ihre Kritiker:innen ein, um am Steuer zu bleiben. Dieser Trend lässt sich in vielen Branchen ausmachen.

Der Arbeitskampf bei Gokaldas Exports und die internationale Solidarität haben gezeigt, dass es Alternativen zur Welt der Konzerne gibt. Eine Zusammenarbeit der Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette, die verankert ist in einer starken gewerkschaftlichen Mobilisierung vor Ort, ermöglicht es die Auseinandersetzungen in der Sprache der Arbeiter:innen zu formulieren und eigene Forderungen zu stellen und diese auch durchzusetzen. Die Arbeiter:innen haben sich ihre Verbesserungen selbst erkämpft und erfahren, dass sie dazu in der Lage sind. Davor haben die H&Ms dieser Welt mehr Angst als vor allem Anderen.

Dienstag, 9. Februar 2021

H&M - Kein Herz für Mütter!


 

Wer in den vergangenen zwei Wochen die Medien verfolgt hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit über den von H&M losgetreten Shitstorm gestolpert sein. Anfang Januar wurde die Presse auf die aktuelle Protestwelle der vergangenen Tage aufmerksam und stellte folgendes fest: 

 

H&M DISKRIMINIERT seine vorwiegend weiblich Beschäftigten - vor allem Mütter!

 

Am 26. Januar deckte der „Business Insider“ bereits auf, dass der Modegigant ein sogenanntes „Freiwilligenprogramm“ seinen Beschäftigten anbietet, welches allerdings vorwiegend an diejenigen adressiert ist, die nicht zu den angeblich umsatzstarken Zeiten in den Filialen arbeiten können - wie Mütter und Schwerbehinderte. Dieses berichtete „Die Zeit“ und der „Spiegel“ fast zeitgleich.Sogar Fernsehbeiträge wurden in der Zwischenzeit ausgestrahlt und berichteten über die aktuelle Empörungswelle, welche seither immer größer wurde. 

 

Auch in den Parteien sorgte dieses unsoziale Verhalten von H&M für großes Entsetzen, welches von der SPD, Grünen und der Linken bisher scharf kritisiert wurde. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag (Amira Mohamed Ali) sagte zu „Business Insider“ folgendes: „Das Verhalten des H&M-Managements ist indiskutabel, skrupellos und ohne jede soziale Verantwortung für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine solche Unternehmenspolitik muss öffentlich angeprangert werden.“ 

 

Anfang Februar fanden auch erste Protestaktionen vor betroffenen H&M Filialen - in Würzburgund Nürnberg - statt, wo die Beschäftigten deutlich signalisierten: Hände weg von unseren Arbeitsplätzen! 

 

All das vermag für den ein oder anderen Außenstehenden möglichweise schockierend sein, da sich H&M in der Öffentlichkeit gerne als ein „gerechterArbeitgeber“ präsentiert. Doch der Schein trügt! Für viele Beschäftigte sieht die Realität hinter den Kulissen in der H&M-Welt leider anders aus. Bereits vor der ersten Adventwoche des vergangenen Jahres teilte H&M mit, dass in Deutschland 800 Mitarbeiter*innen das Unternehmen zu verlassen haben - aufgrund des sich verändernden Kundenverhaltens und der Digitalisierung. 


Der riesige Modegigant zeigt sich wie so oft vonseiner „Schokoladenseite“, denn vorrangig betroffen von dieser Massenentlassungswelle sind vorwiegend Mütter und Schwerbehinderte, welche auf sozial- und gesundheitsverträgliche Arbeitszeiten angewiesen sind. Grund hierfür ist mal wieder, dass H&M den Trend zur Digitalisierung verschlafen hat und nun seine selbst herbei geführte missliche Lage auf den Rücken derer abwälzen will,welche das Unternehmen groß gemacht haben - und das von Anfang an! 

 

Das ist die „feine“ Art von H&M seinen Beschäftigten für jahrelanger Unternehmenszugehörigkeit zu danken und diese nun für die zu spät begonnene Neuausrichtung bezahlen zu lassen. Die H&M-Bundestarifkommission(BTK) von ver.di lehnt dieses sogenannte „freiwillige“ Programm ab und fordert Beschäftigungssicherung statt Arbeitsplatzabbau. 

 

Die H&M BTK von ver.di forderte bereits am 21. Juli 2020 Thorsten Mindermann zur Aufnahme von Verhandlungen über einen Digitalisierungstarifvertrag auf, um den technologischen Wandel gemeinsam mit der Beteiligung der Beschäftigten zu gestalten - für gute Arbeit mit Zukunft! 

 

Mehrmals wurde Thorsten Mindermann dieses Angebot unterbreitet und bis heute ignoriert er dieses in Gänze. Auch die aktuelle Diskriminierungswelle scheint ihn wenig zu beeindrucken, denn bisher äußert sich der Deutschlandchef hierzu nicht und weigert sich seiner sozialen Verantwortung nachzukommen. 

 

 „Wir haben uns dazu verpflichtet, einen sicheren und attraktiven Arbeitsort zu schaffen, an dem alle gewürdigt, geschätzt und mit Respekt behandelt werden.“ 

 

 Wenn dem so ist, dann soll H&M sein öffentliches Versprechen einhalten und für soziale Standards sorgen - mit einem Digitalisierungstarifvertrag und mit den Beschäftigten! 

 

Wir halten weiterhin an unserer Forderung fest, denn dies ist der einzige richtige Weg.  Wenn auch Du für „Gute Arbeit mit Zukunft“ stehst und uns unterstützen willst, dann gehe 

 

hier zu unserer Online-Petition. 

Hier kannst Du Mitglied werden.


 

Quellen:

"Skrupellos“: Spitzenpolitiker entsetzt über Verhalten von H&M -Business Insider

Inside H&M: Konzern will Mitarbeiter nach Elternzeit loswerden -Business Insider

Hennes & Mauritz: H&M will 800 Mitarbeiter entlassen –offenbar vor allem Mütter |ZEIT ONLINE

DER SPIEGEL | Online-Nachrichten

Will H&M primär Mütter in Elternzeit loswerden? –"ein Vorgang mit fadem Beigeschmack" (t-online.de)

Junge Mütter im Fokus: H&M will Personal loswerden -n-tv.de (n-tv.de)

H&M streicht Stellen: Modekette will vorrangig Mütter entlassen (rtl.de)

H&M will Mütter entlassen -Das Netz tobt: "Verantwortungslos und dreist" (rtl.de)

Mütter werden aussortiert: Wie H&M Arbeitnehmer*innenrechte mit Füßen tritt (editionf.com)

"Skrupellos“: Spitzenpolitikerentsetzt über Verhalten von H&M -Business Insider

Junge Mütter sollen entlassen werden: Linke kritisiert H&M scharf -Wirtschaft -nordbayern.de

ver.di –01/2021 Stellenabbau H&M Karolinenstraße

Klasse Gegen Klasse -Mutter sein: Für H&M ein Kündigungsgrund

Mütter werden aussortiert: H&M will 800 Kollegen/-innen entlassen -info-welt.eu (info-welt.eu)

DER SPIEGEL| Online-Nachrichten

H&M droht in interner Mitarbeiter-Mail: „Kündigung nächster Schritt“ -Business Insider

30.01.2021: H & M kennt keine Gnade (Tageszeitung junge Welt)

H&M: Mobbing, Hass und Hetze -Mitarbeiter berichten von unhaltbaren Zuständen -FOCUS Online

Mast kritisiert H&M für Freiwilligenprogramm bei Stellenabbau (fashionunited.de)

Nach Elternzeit: H&M will junge Mütter auf die Straße setzen -Fraktion DIE LINKE. im Bundestag (linksfraktion.de)

H&M: H&M sortiert aus | ZEIT Arbeit

H&M: Arbeitslosigkeit und Altersarmut nach 27 Jahren Betriebszugehörigkeit? | arbeitsunrecht in deutschland
 

Wut und Enttäuschung: H&M-Mitarbeiter demonstrieren gegen Stellenabbau -Nürnberg -nordbayern.de2Unser Arbeitsplatz (hm.com)

Freitag, 5. Februar 2021

Kein »freiwilliger« Abbau von sozialen Standards bei H&M!

 


Unmittelbar vor der ersten Adventwoche konntest du es überall in den Medien lesen – die Deutsche Presseagentur meldete:

Bei der Modekette H&M stehen in Deutschland Hunderte von Stellen auf der Kippe. H&M Deutschland befinde sich »derzeit im Dialog mit den zuständigen Mitbestimmungsgremien über den Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen«, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Auch weitere Schließungen von Filialen seien nicht ausge- schlossen. Die Einzelhandelsbranche befinde sich aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und des veränderten Verhaltens der Verbraucher in einem tiefgreifenden Wandel, hieß es zur Begründung. Die Corona-Pandemie habe dies noch weiter beschleunigt. H&M habe »die not- wendigen schrittweisen Maßnahmen zur Erhal- tung der Wettbewerbsfähigkeit ergriffen«. Das Unternehmen hoffe auf eine rasche Einigung mit den Betriebsräten. 

Wie diese Einigung mit den Betriebsräten aussehen soll, zeigt sich jetzt: H&M will ein so genanntes »Frei- willigenprogramm« zum Personalabbau abschließen. 

 

WEN ES ZUERST TREFFEN SOLL... 

 

Ein Blick in die von H&M vorgelegten Entwürfe zu einer »Freiwilligenvereinbarung« zeigt, an wen sich das »großzügige Angebot« richtet, das Unternehmen zu verlassen: An die Beschäftigten, die nicht an den umsatzstarken Tages- bzw. Abendzeiten sowie an der größtmöglichen Anzahl von Samstagen arbeiten. Das heißt: H&M will insbesondere Beschäftigte mit Kindern oder schwer behinderte Kolleg*innen loswerden, die auf sozial- und gesundheitsverträgliche Arbeitszeiten angewiesen sind. Und das alles unter dem Deckmantel von »Digitalisierung« und »verändertem Kundenver- halten«. 

 

DEINE BUNDESTARIFKOMMISSION SAGT DESHALB NEIN ZU SOLCHEN »FREIWILLIGENPROGRAMMEN«!  


Das »Freiwilligenprogramm«, das H&M mit den Betriebs- räten abzuschließen hofft, baut soziale Standards ab. Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft insbesondere junge Frauen. Frauen mit betreuungspflichtigen Kindern werden mittelbar diskriminiert, wenn sie nur deshalb H&M verlassen sollen, weil sie auf famili- enfreundliche Arbeitszeiten angewiesen sind.

 

UND WAS BRINGT DIR DAS PROGRAMM, WENN DU ZU DEN ÜBRIG GEBLIEBENEN BESCHÄFTIGTEN IN DEINER FILIALE GEHÖRST?



Krankmachende Arbeitsverdichtung
Wenn Personal abgebaut wird, bedeutet das nichts anderes, als dass Dein Arbeitsvolumen erhöht wird. Leistungsdruck gehört aber bereits jetzt zu den we- sentlichen gesundheitlichen Belastungen bei Deiner Arbeit!


Arbeiten zu sozial ungünstigen Zeiten
Wenn Personal abgebaut wird, bedeutet das nichts anderes, als dass Deine Arbeitsstunden noch flexibler an den Umsatz angepasst werden und Du damit ver- mehrt abends und an den Wochenenden arbeiten musst!


Urlaubsplanung im Interesse des Unternehmens 
Wenn Personal abgebaut wird, bedeutet das nichts anderes, als dass die von Dir gewünschten Urlaubs- zeiten nur noch eingeschränkt von H&M genehmigt werden – es geht dann in die Richtung »kapazitäts- orientierte Urlaubsplanung«. 


Vertragsstrukturen, die nicht zum Leben reichen 
Wenn Personal abgebaut und Arbeitszeiten flexibili- siert werden, so bedeutet das nichts anderes, als dass Du in eine ungewollte Teilzeit gedrängt wirst und es kaum noch Möglichkeiten gibt, in Vollzeit zu arbeiten.

 

SO ALSO SEHEN DIE ANTWORTEN VON H&M AUF DIGITALISIERUNG UND VERÄNDERTES KUNDENVERHALTEN AUS! 

 

Wenn Du keinen »freiwilligen« Abbau von sozialen Standards bei H&M willst, sondern stattdessen Gute Arbeit mit Zukunft, dann hilft nur eines: ein Digitali- sierungstarifvertrag!

Nur ein Digitalisierungstarifvertrag beteiligt Dich am Umstrukturierungsprozess von H&M so, dass soziale Standard aus- statt abgebaut werden. Und davon profitiert letztlich sogar das Unternehmen selbst: Nur durch Deine Beteiligung an Veränderungsprozessen kann H&M wettbewerbsfähig bleiben, nicht dadurch, dass Du und Deine Kolleg*innen aus dem Unterneh- men rausgedrängt werden. 

 

Hier geht es zur ONLINE-PETITION

Hier kannst Du Mitglied werden

 



 

Freitag, 22. Januar 2021

H&M nimmt den Beschäftigten die Luft



H&M Nürnberg - H&M hat trotz der extremen pandemischen Lage eine vollständige und uneingeschränkte Öffnung der Umkleiden gegen den Willen der Beschäftigten erzwungen. In der Konsequenz bedeutet das, dass der Arbeitgeber Beschäftigte nötigt, einen engen Raum zu betreten, in dem sich bis zu 12 Kunden in den Kabinen und noch weitere im Vorraum aufhalten können. In dieser, möglicherweise mit Viren belastenden Luft soll nun gearbeitet werden. Alle Vorschläge, die der Betriebsrat und seine Sachverständigen zum Schutz der Beschäftigten eingebracht hat, wurden von H&M kompromisslos abgelehnt. 

In einer Einigungsstelle unter Vorsitz des Richters am Arbeitsgerichts Nürnberg Dr. Thomas Holighaus wurde ausführlich von Betriebsratsseite dargelegt, dass sich die Beschäftigten bereits mit den aktuellen Routinen nicht ausreichend geschützt fühlen. In der Einigungsstelle ergab sich auch, dass H&M keinen Nachweis über eine ordnungsgemäße Wartung und Prüfung der Lüftungs- und Klimaanlage vorlegen kann. Eine gereinigte und gewartete Lüftungsanlage ist aber zwingend notwendig, um die Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz und den behördlichen Empfehlungen, gerade während der Pandemie zu entsprechen. H&M hat keine Kenntnis darüber, ob die Anlage einwandfrei funktioniert. H&M setzt nicht die von der Regierung empfohlenen höherwertigen Filter ein und tut nichts, um die Beschäftigten wirksam vor Ansteckung zu schützen. Trotzdem wurde durch Spruch der Einigungsstelle die Öffnung der Umkleidekabinen beschlossen.

Für uns ist das ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten bei H&M! Wider besseren Wissens gefährdet man die Gesundheit der Beschäftigten und riskiert damit ein anhaltendes Wüten des Virus. H&M sorgt nicht für eine gesunde und unbelastete Atemluft der Beschäftigten, die nun auf engsten Raum mit Kunden arbeiten. Im Übrigen bedankt sich H&M bei den Beschäftigten für ihren selbstlosen und riskanten Einsatz mit Personalabbau.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Petition: H&M muss sein öffentliches Versprechen zu konstruktiven Arbeitsbeziehungen einhalten!

 


In Hochglanzbroschüren zeigt sich H&M in der Öffentlichkeit als sozialer Arbeitgeber. Dort lässt die Unternehmensleitung wissen:

„Wir glauben daran und setzen darauf, ein in jeder Hinsicht guter Arbeitgeber zu sein und in fairer Partnerschaft zu arbeiten. Wir respektieren die Rechte unserer Mitarbeiter, Organisationen ihrer Wahl zu bilden oder ihnen beizutreten. Wir glauben an konstruktive Arbeitsbeziehungen mit unseren Mitarbeitern und mit jedem sie repräsentierenden Arbeitnehmerverband oder jeder Gewerkschaft.“

Anders die Realität hinter den Kulissen.

Ohne dass im Vorfeld mit der Gewerkschaft der Beschäftigten gesprochen wurde, verteilt H&M-Deutschlandchef Thorsten Mindermann gut einen Monat vor Weihnachten ein unchristliches „Weihnachtsgeschenk“: Mindestens 800 Beschäftigte verlieren ihren Job und darüber hinaus folgen weitere Filialschließungen. Davon betroffen sind zum größten Teil Frauen, da die Beschäftigung im Einzelhandel immer noch weiblich dominiert ist.

Das Pikante am Vorgehen von H&M:

Die zuständige Gewerkschaft ver.di hat bereits im Januar 2020 H&M zu Verhandlungen über einen Digitalisierungstarifvertrag aufgefordert. Was jetzt passiert, hätte also verhindert werden können, wenn H&M sich an seine öffentlichen Versprechungen gehalten hätte! Denn H&M verweigert sich bislang jeglicher Verhandlung mit ver.di.

Deshalb wenden wir uns als Bundestarifkommission - das ist das zuständige Verhandlungsgremium der in ver.di organisierten Beschäftigten - an die Öffentlichkeit\, und deshalb auch an DICH! Unterstütz‘ uns, H&M an den Verhandlungstisch zu bringen, damit das neue Jahr uns H&M-Beschäftigten statt Jobverlust und Existenzangst Gute Arbeit mit Zukunft bringt!

Denn genau das wollen wir: Gute Arbeit mit Zukunft. Der notwendige Wandel des Unternehmens im Rahmen der Digitalisierung ist nur MIT uns, den Beschäftigten, und nicht GEGEN oder sogar ganz OHNE uns, möglich. Nur wenn wir an der Gestaltung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes, für nachhaltige Beschäftigungssicherung und für gute, gesundheitsförderliche Arbeit beteiligt werden, bleibt das Unternehmen H&M zukunftsfähig. Und nicht dadurch, dass wir durch Kündigungen aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Begründung

Warum ist Deine öffentliche Unterstützung so wichtig?

Wenn auch Du nicht damit einverstanden bist, wie H&M mit uns Beschäftigten umgeht, nachdem wir  das Unternehmen mit aufgebaut und groß gemacht haben, dann unterstütze uns öffentlich mit dem folgenden Brief an Deutschlandchef Thorsten Mindermann!

Mit Deiner Unterschrift zeigst Du:

Ich erwarte, dass H&M sein öffentliches Versprechen zu konstruktiven Arbeitsbeziehungen einhält und umgehend in Verhandlungen mit ver.di über einen Digitalisierungstarifvertrag tritt.

Sehr geehrter Herr Mindermann,

am 20.11.2020 hat das von Ihnen geführte Unternehmen gegenüber der Presse erklärt, dass Sie beabsichtigen, einen umfassenden Personalabbau in H&M-Filialen und weitere Filialschließungen vorzunehmen. Das alles mit der Begründung, H&M müsse wettbewerbsfähig bleiben in dem tiefgreifenden Wandel des Einzelhandels, der durch Digitalisierung und das veränderte Kaufverhalten von Kund*innen begründet ist. Ihre Pläne betreffen insbesondere Frauen, da die Beschäftigung im Einzelhandel immer noch weiblich dominiert ist.

Sie haben Ihren Beschäftigten versprochen, mit ihnen in fairer Partnerschaft zu arbeiten und konstruktive Arbeitsbeziehungen mit ihnen und ihren Gewerkschaften zu führen. Stattdessen bescheren Sie Ihre Beschäftigten und deren Familien kurz vor Weihnachten mit Jobverlust und Existenzangst!

Die ver.di-Bundestarifkommission H&M hat Sie aufgefordert, Ihren Worten Taten folgen zu lassen. Sie möchte mit Ihnen über einen Tarifvertrag zur Gestaltung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes, für nachhaltige Beschäftigungssicherung und für gute, gesundheitsförderliche Arbeit verhandeln.

Ich fordere Sie heute auf: Halten Sie Ihre Versprechen, die Sie ihren Beschäftigten gegeben haben, ein! Nehmen Sie von Ihrer Blockadehaltung Abstand und verhandeln Sie einen Digitalisierungstarifvertrag mit ver.di! Heute dringender denn je.

Massenentlassungen sind keine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit! Zukunftsfähig werden Sie nur MIT Ihren Beschäftigten, nicht OHNE sie. Übernehmen Sie Verantwortung!

Das neue Jahr 2021 muss bei H&M Gute Arbeit mit Zukunft bringen!

Mit freundlichen Grüßen

 

Hier geht es zur Online-Petition! 





Sonntag, 6. Dezember 2020

H&M: Massenentlassungen statt sozialer Dialog







Die ver.di-Bundestarifkommission bei H&M hat eine öffentliche Petition gegen Entlassungen und Filialschließungen, für einen Digitalisierungstarifvertrag und nachhaltige Beschäftigungssicherung gestartet – Adressat ist die Unternehmsleitung. Es geht um Gute Arbeit mit Zukunft. Beteilige dich!


In Hochglanzbroschüren zeigt sich H&M in der Öffentlichkeit als sozialer Arbeitgeber. Dort lässt die Unternehmensleitung wissen:

„Wir glauben daran und setzen darauf, ein in jeder Hinsicht guter Arbeitgeber zu sein und in fairer Partnerschaft zu arbeiten. Wir respektieren die Rechte unserer Mitarbeiter, Organisationen ihrer Wahl zu bilden oder ihnen beizutreten. Wir glauben an konstruktive Arbeitsbeziehungen mit unseren Mitarbeitern und mit jedem sie repräsentierenden Arbeitneh- merverband oder jeder Gewerkschaft.“

Anders die Realität hinter den Kulissen. Ohne dass im Vorfeld mit der Gewerkschaft der Beschäftigten gesprochen wurde, verteilt H&M-Deutschlandchef Thorsten Mindermann gut einen Monat vor Weihnachten ein unchristliches „Weihnachtsgeschenk“: Mindestens 800 Beschäftigte verlieren ihren Job und darüber hinaus folgen weitere Filialschließungen.


Davon betroffen sind zum größten Teil Frauen, da die Beschäftigung im Einzelhandel immer noch weiblich dominiert ist.

Das Pikante am Vorgehen von H&M: Die zuständige Gewerkschaft ver.di hat bereits im Januar 2020 H&M zu Verhandlungen über einen Digitalisierungstarifvertrag aufgefordert. Was jetzt passiert, hätte also verhindert werden können, wenn H&M sich an seine öffentlichen Versprechungen gehalten hätte! Denn H&M verweigert sich bislang jeglicher Verhandlung mit ver.di.

Deshalb wenden wir uns als Bundestarifkommission – das ist das zuständige Verhandlungsgremium der in ver.di organisierten Beschäftigten – an die Öffentlichkeit, und deshalb auch an DICH! Unterstütze uns, H&M an den Verhandlungstisch zu bringen, damit das neue Jahr uns H&M-Beschäftigten statt Jobverlust und Existenzangst Gute Arbeit mit Zukunft bringt!

Denn genau das wollen wir: Gute Arbeit mit Zukunft. Der notwendige Wandel des Unternehmens im Rahmen der Digitalisierung ist nur MIT uns, den Beschäftigten, und nicht GEGEN oder sogar ganz OHNE uns, möglich. Nur wenn wir an der Gestaltung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes, für nachhaltige Beschäftigungssicherung und für gute, gesundheitsförderliche Arbeit beteiligt werden, bleibt das Unternehmen H&M zukunftsfähig. Und nicht dadurch, dass wir durch Kündigungen aus dem Unternehmen gedrängt werden.


WARUM IST DEINE ÖFFENTLICHE UNTERSTÜTZUNG SO WICHTIG?

Wenn auch du nicht damit einverstanden bist, wie H&M mit uns Beschäftigten umgeht, nachdem wir das Unternehmen mit aufgebaut und groß gemacht haben, dann unterstütze uns öffentlich mit dem folgenden Brief an Deutschlandchef Thorsten Mindermann. Mit deiner Unterschrift zeigst du:

Ich erwarte, dass H&M sein öffentliches Versprechen zu konstruktiven Arbeitsbeziehungen einhält und umgehend in Verhandlungen mit ver.di über einen Digitalisierungstarifvertrag eintritt.


DIE ONLINE-PETITION FINDET IHR HIER

https://www.openpetition.de/petition/online/hm-muss-sein-oeffentliches-versprechen-zu-konstruktiven-arbeitsbeziehungen-einhalten 



Zur weiteren Information bitte hier klicken:

Bei H&M drohen hunderte Entlassungen - Digitalisierung: ver.di fordert Tarifvertrag zum Schutz der Beschäftigten 

https://handel.verdi.de/unternehmen/g-i/hennes-mauritz/++co++cb4427c8-2b2e-11eb-8e29-001a4a160100 

 

Gute Arbeit mit Zukunft – auch für Frauen! Resolution des ver.di-Bundesfachbereichsfrauenvorstands zur For- derung der Beschäftigten von H&M nach einem Digi- talisierungstarifvertrag vom 11.11.2020 

https://handel.verdi.de/unternehmen/g-i/hennes-mauritz/++co++cda6da6a-28cc-11eb-a0b9-001a4a160129 

 

Offener Brief der Bundestarifkommission an H&M Deutschland vom 16.09.2020: ver.di fordert Rückmeldung ein zu Verhandlungen über Digitalisierungstarifvertrag 

https://handel.verdi.de/unternehmen/g-i/hennes-mauritz/++co++40ff512e-fc02-11ea-b031-001a4a160119


Weitere Informationen erhältst du regelmäßig unter:

 · https://handel.verdi.de/unternehmen/g-i/hennes-mauritz   · http://verdi-hm.blogspot.com/  

 · https://www.facebook.com/verdibeihm/



Sehr geehrter Herr Mindermann,

am 20.11.2020 hat das von Ihnen geführte Unternehmen gegenüber der Presse erklärt, dass Sie beabsichtigen, einen umfassenden Personalabbau in H&M-Filialen und weitere Filialschließungen vorzunehmen. Das alles mit der Begründung, H&M müsse wettbewerbsfähig bleiben in dem tiefgreifenden Wandel des Einzelhandels, der durch Digitalisierung und das veränderte Kaufverhalten von Kund*innen begründet ist. Ihre Pläne betreffen ins- besondere Frauen, da die Beschäftigung im Einzelhandel immer noch weiblich dominiert ist.

Sie haben Ihren Beschäftigten versprochen, mit ihnen in fairer Partnerschaft zu arbeiten und konstruktive Arbeits- beziehungen mit ihnen und ihren Gewerkschaften zu führen. Stattdessen bescheren Sie Ihre Beschäftigten und deren Familien kurz vor Weihnachten mit Jobverlust und Existenzangst!

Die ver.di-Bundestarifkommission H&M hat Sie aufgefor- dert, Ihren Worten Taten folgen zu lassen. Sie möchte mit Ihnen über einen Tarifvertrag zur Gestaltung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes, für nachhaltige Beschäf- tigungssicherung und für gute, gesundheitsförderliche Arbeit verhandeln.

Ich fordere Sie heute auf: Halten Sie Ihre Versprechen, die Sie Ihren Beschäftigten gegeben haben, ein! Nehmen Sie von Ihrer Blockadehaltung Abstand und verhandeln Sie einen Digitalisierungstarifvertrag mit ver.di! Heute dringender denn je.
Massenentlassungen sind keine Antwort auf die Heraus- forderungen unserer Zeit! Zukunftsfähig werden Sie nur MIT Ihren Beschäftigten, nicht OHNE sie. Übernehmen Sie Verantwortung! Das neue Jahr 2021 muss bei H&M Gute Arbeit mit Zukunft bringen!

Mit freundlichen Grüßen


Freitag, 20. November 2020

Digitalisierung: Bei H&M drohen hunderte Entlassungen - ver.di fordert Tarifvertrag zum Schutz der Beschäftigten



Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert von der Modekette Hennes & Mauritz (H&M) einen Digitalisierungstarifvertrag zum Schutz der Beschäftigten. "Wir wollen, dass die Beschäftigten in Zukunftskonzepte eingebunden werden, anstatt sie aus dem Unternehmen hinaus zu drängen. Wir wollen tarifvertraglich garantierte Beschäftigungssicherung für eine gute Arbeit mit Zukunft", betont Orhan Akman, der bei ver.di den Bereich Einzel- und Versandhandel leitet. Es müsse Schluss damit sein, dass H&M unter der Leitung des aktuellen Managements die Digitalisierung gegen die eigenen Beschäftigten richte.

H&M verweigert sich bisher der Forderung nach einem Digitalisierungstarifvertrag: In einer aktuellen Sonderausgabe des unternehmenseigenen Mitteilungsblattes "Weekly News" teilt die Geschäftsleitung den "lieben Kolleginnen und Kollegen" sogar mit, "dass wir uns für einzelne Kolleginnen und Kollegen nach internen Lösungen umsehen müssen und, wo dies nicht möglich ist, in die Trennung gehen". Das Management begründet den Personalabbau damit, Kosten senken zu wollen, während gleichzeitig massiv in die Digitalisierung investiert werden solle. Betroffen sind dem Vernehmen nach rund 600 Menschen. "Damit sollen die Beschäftigten die Zeche dafür zahlen, dass H&M jahrelang die Verknüpfung von Ladengeschäften und Onlinehandel verschlafen hat", kritisiert Akman. Für Managementfehler hafte die Geschäftsführung. Es sei höchste Zeit, dass sie jetzt ihren Hut nehme. 

Der jetzt angekündigte Stellenabbau ist nur der bisherige Höhepunkt einer schon länger laufenden Welle von Filialschließungen. Seit Dezember 2017 waren bei H&M 46 Filialen mit 1.338 Beschäftigten von Schließungen betroffen. Auch das Lager in Großostheim mit 344 Kolleginnen und Kollegen wurde dichtgemacht. In drei Filialen in Stuttgart, Frankfurt und Berlin gab es sogenannte "Freiwilligenprogramme" zum Personalabbau.

Samstag, 14. November 2020

H&M GBA Info: Zum Statement des AG „Räteversammlung 2020“







 



Liebe Kolleg*innen,

die so genannte „Info“ des Labour Relations-Teams mit dem Titel „Räteversammlung 2020: Eine neue Zeit ist angebrochen“ enthält so viele Behauptungen, die die Realität verzerren, dass wir uns genötigt sehen, abermals für Aufklärung zu sorgen.

Falls noch nicht bekannt, hier erneut der Versuch einer kleinen geschichtlichen Einordnung der Forderung nach einem Digitalisierungstarifvertrag (nicht vollständig, nur ein kurzer Abriss, um eure Geduld nicht zu strapazieren):

- Seit der Bekanntgabe des Beginns der ersten Schließungswelle 2017 fordert der GBR den Arbeitgeber zu der „Übernahme sozialer Verantwortung“ auf (insbesondere bezogen auf die Übernahme von Kolleg*innen aus den betroffenen Filialen).

- Der GBR versucht abzuwenden, dass jede Filiale von H&M für sich „abgewickelt“ wird und erklärt sich für Verhandlungen eines deutschlandweiten Interessenausgleichs und Sozialplans für Schließungsfilialen zuständig, kam allerdings in der Einigungsstelle nicht weiter, weil H&M behauptet, es gäbe kein einheitliches unternehmerisches Konzept.

- Das Versagen von H&M bei der Übernahme von sozialer Verantwortung wird immer deutlicher, nicht zuletzt in der Weigerung, die Kolleg*innen aus Schließungsfilialen bevorzugt zu behandeln und sie bei freien Jobs in andere, unter anderem auch neu zu eröffnende, Filialen in der Nähe der Schließungsfilialen, zu übernehmen.

- Im Januar 2019 wird deshalb die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag mit ver.di zur Beschäftigungssicherung durch den GBR erstmals formuliert.

- Im Rahmen des Projekts „ver.di verbindet“ erkennt der GBR, dass die Forderung nicht nur Beschäftigungssicherung enthalten muss. Es entsteht somit die Forderung nach einem „Digitalisierungstarifvertrag“.

- Im Januar 2020 fordert ver.di im Rahmen eines Spitzengesprächs H&M offiziell zu Verhandlungen über einen Digitalisierungs- tarifvertrag auf.

- Im Februar 2020 legt H&M dem GBR den „Digitalpakt“ vor und behauptet, in diesem wäre alles enthalten, was den Umsatz sichert. H&M will einzig und allein darüber und auch nur mit dem GBR verhandeln ( „Digitalpakt“: Kerninhalt ist die faktische Abschaffung und Aufweichung der Mitbestimmung des GBR im Rahmen der Einführung technischer Systeme).

Was für Verhandlungen hat der GBR abgebrochen?

Er hat Verhandlungen zu einer Rahmenvereinbarung abgebrochen, die ihm sämtliche Mitbestimmung zur Einführung technischer Systeme nehmen will. Das ist die einzige Antwort, die H&M auf unsere Forderung nach der Übernahme sozialer Verantwortung für uns hat.

Und auch an dieser Stelle erneut: Der GBR steht nicht für den Ausverkauf von Mitbestimmungsrechten zur Verfügung! Die bisher gesammelten Erfahrungen zeigen, dass Mitbestimmung vielmehr erweitert werden muss! Denn leider führt H&M zu der Frage der Beschäftigungssicherung in der Endlosschleife nur Folgendes an:

„Soziale Verantwortung übernehmen wir, indem Umsatz generiert wird und der führt zu Beschäftigungssicherung“.

Sozial ist aber nicht, was Arbeit schafft! Sozial ist, was gute Arbeit mit Zukunft schafft! Deshalb fragen wir uns, welche Art von Beschäftigung H&M genau „sichern“ will, wenn der Umsatz der EINZIGE zu setzende Rahmen ist?

Da hilft vielleicht ein Blick in die gar nicht so ferne Vergangenheit, als es so etwas wie Gewerkschaften, Tarifverträge und Gesetze zum Schutz der Interessen der Beschäftigten und ihrer Mitbestimmung nicht gegeben hat, und die Arbeitgeber ihr gesamtes Streben auf die Erreichung von Umsatz fokussieren konnten.

Verbildlicht sah das ungefähr so aus: (Bild "Die guten, alten Zeiten")

Wollen wir da wieder hin? Nein. Das wollen wir nicht!

Bemühungen in progressiven Parteien sehen im Zuge der Digitalisierung die Notwendigkeit der Erweiterung der Mitbestimmung, nicht ihre Aufweichung. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Digitalisierung als eine grundlegendende Betriebsänderung zu verstehen. Der GBR befindet sich diesbezüglich gerade in einer Einigungsstelle.

Arbeitnehmerinteressen müssen geschützt werden. Auch und gerade in solchen Umbruchzeiten wie dem Zeitalter der Digitalisierung. Und genau das soll mittels eines Digitalisierungstarifvertrags erreicht werden.

H&M will nun diese für uns Arbeitnehmer*innen bei H&M so wichtigen Verhandlungen auf den HDE, den Arbeitgeberverband, abschieben. H&M behauptet, dass dadurch für die gesamte Branche „Standards“ entwickelt werden sollen.

Nur muss H&M dann auch sagen, wofür dieser HDE steht. Für soziale Standards in der Branche? Leider Nein!

Der HDE hat mehrere Versuche von ver.di, für die Branche soziale Standards zu schaffen (z.B. einen Branchenmindestlohn zu tarifieren, bevor der gesetzliche Mindestlohn kam), abgelehnt. Auch bei der Frage zu einem Tarifvertrag für Gute & Gesunde Arbeit haben die regionalen Verbände des HDE (in Bayern und NRW) das Vorhaben blockiert, nachdem sehr lange und intensiv dazu mit ver.di verhandelt wurde. Der HDE befördert nach wie vor Tarifflucht mit den oT*-Mitgliedschaften, zuletzt durch die Aufnahme von Amazon als oT*-Mitglied im HDE im Januar dieses Jahres. Zudem greift der HDE mit allen Mitteln den arbeitsfreien Sonntag an. Er blockiert vehement die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge. Und last but not least: In der Corona-Krise stach der HDE mit einer kompromisslosen Haltung beim Thema Kurzarbeitergeld hervor - eine deutschlandweite Aufstockung des Kurzarbeitergeldes mit Hilfe eines für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrags zur Kurzarbeit war mit diesem HDE nicht möglich!

Mit einem solchen Arbeitgeberverband ist es für uns nur schwer vorstellbar, soziale Standards für eine Digitalisierung zu setzen. Deshalb setzen wir auf direkte Verhandlungen zwischen H&M und ver.di!

Ein Digitalisierungstarifvertrag für unser Unternehmen muss her! Und zwar schnell.

Wir wollen euch heute nicht überstrapazieren, des- halb werden wir den „Vorwurf der Verzögerungen“ an anderer Stelle für euch näher beleuchten. Denn auch hier gibt es „Aufklärungsbedarf“...

Stay tuned... Euer GBA
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Donnerstag, 5. November 2020

H&M: Gesetzliche Mitbestimmung = „Geschäftsschädigung“?

 

Ein Betriebsrat soll seines Amtes enthoben werden, weil er seine Mitbestimmung wahrnehmen wollte?

Shame on you, H&M!

Schon mal was von betrieblicher Demokratie gehört? Oder um es mal mit den Worten unseres ver.di-Vorsitzenden Frank Warneke zu sagen: „Mitbestimmung gibt es nicht zum Nulltarif.“

Das gilt auch für dich, H&M! Solidarität mit dem BR H&M Düren!

 















 

Liebe Kolleg*innen,


dass H&M über Jahrzehnte ein, gelinde gesagt, schwieriges Verhältnis zur Mitbestimmung und aktiven AN Interessenvertretern hat, ist hinreichend bekannt. Auch, dass H&M Mitbestimmung und die Wahrnehmung dieser für geschäftsschädigend hält, müssen wir immer wieder erfahren.

In den Betrieben werden Wahlvorstände mit Sätzen wie: „Wenn hier ein BR gegründet wird, muss die Filiale schließen, weil sie dann nicht mehr wirtschaftlich ist.“ konfrontiert und eingeschüchtert. Betriebsräte müssen sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, sie würden, wenn sie ihre Mitbestimmung wahrnehmen, Kosten verursachen und Jobs gefährden.

Erst heute, in dem Bericht des Arbeitgebers zur Betriebsräteversammlung 2020, wurde auch dem Gesamtbetriebsrat gegenüber zum wiederholten Male dieser „Vorwurf“ gemacht: Durch das Scheitern der Verhandlungen zu einem Digitalpakt, der die Aufweichung und Abschaffung der Mitbestimmung im Rahmen von IT-Einführungen beabsichtigte, habe sich der GBR „businesskritisch“ verhalten. An der Mitbestimmung festzuhalten und sich diese nicht nehmen zu lassen, schadet, laut H&M, somit dem Geschäft.

Über all das täuschen auch noch so salbungsvolle, offizielle Worte von Betriebsräteversammlungen wie „Wir bekennen uns uneingeschränkt zur Mitbestimmung“ nicht. Im Gegenteil, sie wirken realitätsfern, manipulativ und verzerrend.

Was heißt es wenn ein Arbeitgeber so agiert? Was heißt es, wenn ein Arbeitgeber sagt „Die Schleife der Mitbestimmung können wir uns nicht mehr leisten“?

Das ist nichts anderes als UNION BUSTING. Und leider haben wir bei H&M eine lange, lange Tradition des Union Bustings...

Aktuell findet diese einen weiteren traurigen Höhepunkt: Den Versuch der Amtsenthebung des Betriebsratsgremiums 293 Düren.

Was hat der Betriebsrat „verbrochen“, dass unser Arbeitgeber meint, es lege ihm gegenüber eine „grobe Pflichtverletzung“ vor, die eine Auflösung des Gremiums rechtfertigt? Er hat genau das gemacht, was das Gesetz vorsieht: Seine Mitbestimmung wahrgenommen! In diesem Fall im Rahmen der Verhandlungen zur „Betriebsvereinbarung Kurzarbeitergeld“.
Er hat sich geweigert, seinen gesetzlichen Auftrag einfach abzugeben und wollte eigenständige Verhandlungen führen!

In diesem Zusammenhang drängt sich eine weitere Frage auf.
Jetzt, wo zusätzliche Maßnahmen im Rahmen der Pandemiebekämpfung auch den Einzelhandel treffen, und nicht auszuschließen ist, dass erneut Kurzarbeit auf uns zukommt:
Soll hier etwa ein Exempel statuiert werden, wenn ein BR, der sich mit aller Kraft für die Wahrung seiner Mitbestimmung in dieser Frage eingesetzt hat, genau deshalb mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert wird?

Uns als Gesamtbetriebsrat trifft dieses Vorgehen von H&M auch deshalb so stark, da wir, obwohl nicht originär zuständig, im Rahmen der Verhandlungen zur Kurzarbeit für Betriebsräte tätig waren, die uns legitimiert hatten. Und nun wird der GBR für ein Verfahren instrumentalisiert, in dem man sich eines Betriebsratsgremiums entledigen will, das im Rahmen seiner Mitbestimmung selbst tätig werden wollte.

Wir lassen uns nicht instrumentalisieren! Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren! Wir stehen zusammen, FÜR Mitbestimmung! FÜR den BR 293 Düren!

Und wir erinnern uns an einen anderen Versuch H&Ms, sich eines aktiven Betriebsratsgremiums zu entledigen:
Das 2011 von H&M angestrebte Amtsenthebungsverfahren gegen den BR der Filiale 680 Berlin.

Ein BR, der sich ganz besonders im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes hervorgetan hat und genau deshalb auf die „Abschussliste“ kam.

Wir gehen fest davon aus, dass der Ausgang dieses Verfahrens kein anderer als damals sein wird. H&M wurde am 16.08.2011 vom Gericht angehalten, seine Anträge auf Amtsenthebung zurückzuziehen. Und der vorsitzende Richter C.P. Morof ließ in diesem Zusammenhang den legendären Satz verlauten: „Ohne Betriebsrat kommen wir nicht in den Himmel.“

Es wird Zeit, dass H&M diesen Satz versteht. Ohne Mitbestimmung geht es nicht. Und wir werden sie uns niemals nehmen lassen.

Für betriebliche Mitbestimmung! Für den BR 293 Düren!

Euer GBA



Montag, 21. September 2020

OFFENER BRIEF an H&M Deutschland-Chef Thorsten Mindermann von der ver.di-Bundestarifkommission H&M

 





Hallo Thorsten,

am 21. Juli 2020 haben dich unser ver.di-Bundesfachgruppenleiter und unser Unternehmensbetreuer angeschrieben und dir mitgeteilt, dass die ver.di-Bundestarifkommission von H&M am 15. Juli 2020 beschlossen hat, die H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG zu Tarifverhandlungen über den Abschluss eines Digitalisierungstarifvertrages aufzufordern.

In diesem Schreiben wurde dir mitgeteilt, dass wir gerne unsere Tarifforderungen mündlich und detaillierter in einer ersten Verhandlungsrunde erläutern können. Für zeitnahe Tarifverhandlungen haben wir dir den Zeitraum ab dem 21. September 2020 und als Ort die Räumlichkeiten der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin vorgeschlagen.

Für deine Rückmeldung samt Terminvorschlägen hatten wir uns den 03. August 2020 vorgemerkt. Für etwaige Klärungen bzw. Fragen im Vorfeld haben sich sowohl unser Bundesfachgruppenleiter als auch unser Unternehmensbetreuer zur Verfügung gestellt.

Bis heute gibt es keine Rückmeldung von dir.

Als ver.di-Bundestarifkommission von H&M haben wir uns in unserer Sitzung vom 15.-16. September 2020 entschlossen, dir einen offenen Brief zu schreiben, um unsere Tarifforderungen auf diesem Wege zu skizzieren und um Transparenz herzustellen.


Wir fordern einen Digitalisierungstarifvertrag, der aus drei Bestandteilen besteht:

• Tarifvertrag Beteiligung am Zukunftskonzept von H&M: Einbeziehung der Beschäftigten bei der Einführung von technischen Systemen und bei der Digitalisierung von Arbeitsabläufen sowie Beteiligung der Beschäftigten an Konzeption und Evaluation der Umstrukturierung von H&M.

• Sozialtarifvertrag und Rationalisierungsschutzabkommen: Schutz der Beschäftigten vor den Folgen technischer und organisatorischer Neuerungen sowie Beteiligung der Beschäftigten für nachhaltige Beschäftigungssicherung.

• Tarifvertrag gute und gesunde Arbeit bis zur Rente: Beteiligung der Beschäftigten an einem ständigen Prozess der Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Zusammenhang mit der Einführung von technischen Systemen und mit der Digitalisierung von Arbeitsabläufen.


In der Textilwirtschaft Nr. 17/2020 hast du vor dem Hintergrund der Corona-Situation verlauten lassen: „Neue Arbeitsweisen oder Prozesse lernen, andere
Technologien nutzen - all das passiert gerade und ist ein Innovationsbeschleuniger.“

Als Deutschlandchef von H&M solltest du wissen, dass solch tiefgreifende Änderungsprozesse nur gemeinsam mit den Beschäftigten erfolgreich bewältigt werden können. Indem du einen Digitalisierungstarifvertrag verweigerst, schadest du deshalb nicht nur den Beschäftigten, sondern auch dem Unternehmen, dessen Wohl du als Geschäftsführer verpflichtet bist.

Wir fordern dich deshalb erneut auf, in Verhandlungen zu einem Digitalisierungstarifvertrag zu treten und endlich auf das ver.di-Schreiben vom 21. Juli 2020 bis Ende September zu antworten.

ver.di-Bundestarifkommission von H&M, 16. September 2020

 

Freitag, 18. September 2020

H&M: Große Vorsätze - wenig umgesetzt

 




Die Geschäftsleitung von H&M berichtet in den aktuellen Weekly News über H&Ms Rolle als sozialverantwortlicher Einkäufer. H&M formuliert ein hohes Ziel: das Unternehmen will zu 100% fair und gleichberechtigt werden. Dazu will H&M Verantwortung für die 1,6 Millionen Textilarbeiter*innen übernehmen, die bei den Zulieferern für H&M produzieren. Der eigene Verhaltenskodex wird als Instrument vorgestellt, um das umzusetzen. Leider beschreiben die Weekly News nicht, was der Kodex vorsieht. Der Kodex ist im Internet leicht einsehbar: er sieht unter anderem vor, dass Gewerkschaftsrechte geachtet und Arbeitsgesetze eingehalten werden sollen.

Was passiert in Südasien?

Das Verhalten von H&M im Arbeitskampf bei dem H&M-Zulieferer Gokaldas Exports ECC-2 zeigt leider: H&M nimmt sich viel vor, schafft aber wenig. Über 1.200 Beschäftigte wurden dort Anfang Juni widerrechtlich gekündigt und die Fabrik illegal geschlossen. Die überwiegende Mehrheit der Arbeiter*innen war gewerkschaftlich organisiert. Seitdem kämpfen die Beschäftigten um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes, gegen die illegale Fabrikschließung und die Zerschlagung ihrer Fabrikgewerkschaft. H&M weiß davon Bescheid: unsere Kolleg*innen von der Gewerkschaft GATWU und NTUI vor Ort führen seit Wochen Verhandlungen mit H&M. ver.di sowie der Gesamtbetriebsrat haben mehrmals H&M auf die Arbeits- und Gewerkschaftsrechtsverletzungen im Konflikt sowie auf die illegale Fabrikschließung aufmerksam gemacht. Der Zulieferer produzierte zuletzt ausschließlich für H&M.

H&M rühmt sich in den Weekly News damit, mit Fabrikbesitzer*innen, Textilarbeiter*innen, Regierungen, Gewerkschaften und NGOs zusammenzuarbeiten. Wie diese Zusammenarbeit aussieht, zeigt sich auch in dem Arbeitskampf: H&M hat hinter dem Rücken der Gewerkschaft, einige ehemalige Mitarbeiter*innen von Gokaldas Exports ECC-2 befragt. Sie wollten die Arbeiter*innen dazu drängen zu sagen, es sei alles in Ordnung. Dies plante H&M dann in Verhandlungen gegen unsere Kolleg*innen zu nutzen. Der Schuss ging zum Glück nach hinten los: die Arbeiter*innen haben die Vertreter*innen von H&M weg geschickt und ihnen gesagt, anstatt sie so unter Druck zu setzen, sollte H&M endlich Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Fabrik wieder eröffnet wird.

In den Verhandlungen zeigt sich H&M keineswegs dazu bereit, das Management des Unternehmens ernsthaft auf die Einhaltung der Arbeitsrechte und des Verhaltenskodex zu verpflichten, wie H&M es in den Weekly News behauptet. Das Gleiche gilt für das globale Rahmenabkommen, das H&M mit dem Gewerkschaftsverband IndustriAll abgeschlossen hat. Darin verpflichtet sich H&M ebenfalls dazu, Verantwortung für die Einhaltung von Gewerkschafts- und Arbeitsrechten und fairen Arbeitsbedingungen zu übernehmen. Umsetzung? Fehlanzeige!

Taten statt Worte!

Was sind H&Ms Versprechungen wert, wenn es das Unternehmen nicht schafft, in diesem Arbeitskampf Druck auszuüben, damit die Rechte der Beschäftigten geschützt werden? Schlimmer noch: H&M versucht den Arbeitskampf sogar zu schwächen, indem sie an der Gewerkschaft vorbei handeln und versuchen, den Zusammenhalt der Arbeiter*innen zu untergraben. H&M ignoriert sein eigenes globales Rahmenabkommen. Anstatt dieses falsche Spiel weiterzutreiben, muss H&M endlich Verantwortung übernehmen: Stop Union Busting and Reopen ECC-2 now!